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Oberfränkisches Revier


Bad Steben




Bad Steben

  • 994 n. Chr. gründen sich die ersten bekannten Spuren auf die Ansiedelung einiger Hunnen, welche bei Obersteben im Goldbach und bei Steben im Seifenbach Bergbau auf Gold und Zinn getrieben und in Steben Schmelzhütten angelegt haben. Später förderten sie auch Eisensteinerz, der in der Mordlau gewonnen wurde. Das gewonnene Eisen wurde dann auf Zerrenfeuer sogleich zu Stäben geschmiedet, woher der Name des Ortes erst Staben, später Stäben, noch später Steeben und endlich Steben entstanden ist. 1029 sollen bereits 6 Schmelzhütten und Stabfeuer von ihnen erbaut worden sein. Ob die Hunnen vertrieben worden sind oder sie sich freiwillig einen anderen Wohnplatz erwählt haben, darüber findet sich nichts vor; doch ist nach der voigtländischen Chronik zu vermuten, dass letzteres der Fall war, da sich laut Chronik im 12. Jahrhundert Wenden ansiedelten, die ebenfalls den Bergbau trieben, Schmelzhütten anlegten und ordentliche Wohnungen erbauten. 1122 hatte Steben bereits 22 Häuser und 9 Schmelzhütten. Zu dieser Zeit stand Steben unter dem Schutz der Ritter von Burgstein, welche in Verbindung mit den umliegenden festen Burgen und Schlössern standen, derer an der Zahl 39 gewesen sein soll.
  • 1230 findet man dieses Gebiet unter den Besitzungen des Herzogs von Meran, Otto den V. auf der Plassenburg und nach dessen Tod ging die Herrschaft auf die Grafen von Orlamünde über.
  • 1374 erste urkundliche Erwähnung Stebens durch den Nürnberger Burggrafen Friedrich V., der zugunsten des Grafen Otto von Orlamünde auf die Lehenschaft der Kirche zu Steben verzichtete.
  • 1410 ist erstmals eine Eisenerzgrube urkundlich belegt.
  • 1445 starben bis auf den Pfarrer, sämtliche Einwohner Stebens, an die Pest.
  • vor 1500 gehörte der Ort zum hohenzollerischen Markgraftum Bayreuth, ab 1500 auch zum Fränkischen Reichskreis.
  • 1793 richtet Alexander von Humboldt eine königlich-preußische Bergschule ein, dazu wird wie folgt berichtet: "In Steben ist besonders einer heilsamen Anstalt zu gedenken, in welcher ohne vieles Geräusch viel Gutes geschieht, nemlich einer Bergschule, worinnen nicht nur Knaben, die zu Arbeitern im Bergbau bestimmt sind, sondern auch erwachsene Bergleute welche noch nicht genugsame Kenntnisse zu ihren Arbeiten haben, im Bergwesen, z.B. in der Kenntniß der Mineralien und Fossilien, in den Anfangsgründen der Markscheidekunst, in den Kunstgriffen und vorsichtigem Verhalten bey der Arbeit, so wie auch im Rechnen und Schreiben, dennöthigen Unterricht bekommen."
  • 1796 ist Steben ein Pfarrdorf von 75 Häusern, außer Kirche, Pfarr und Schule, und besonders seines mineralischen Brunnens wegen bekannt.

Bitterspat auf Brauneisen
Bitterspat auf Brauneisen

Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Bad Steben. Bitterspat auf Brauneisen, Stufenbreite circa 7 cm.

Kh. Gerl
Gersdorffit mit Annabergit in Eisenspat
Gersdorffit mit Annabergit in Eisenspat

Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Bad Steben/Krötenmühle. Gersdorffit mit Annabergit in Eisenspat, Stufenbreite circa 9 cm.

Kh. Gerl
Pseudomorphose von Limonit nach Calcit
Pseudomorphose von Limonit nach Calcit

Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Bad Steben. Pseudomorphose von Limonit nach Calcit, Stufenbreite circa 6 cm.

Kh. Gerl

Kupfernickel
Kupfernickel

Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Bad Steben/Mordlau. Kupfernickel, Stufenbreite circa 10 cm.

Kh. Gerl
Chalcedon mit Quarz auf Limonit
Chalcedon mit Quarz auf Limonit

Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Bad Steben. Chalcedon mit Quarz auf Limonit, Stufenbreite circa 7 cm.

Kh. Gerl
Cuprit mit Malachit
Cuprit mit Malachit

Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Bad Steben. Cupritxx mit Malachit, Stufenbreite circa 8 cm.

Kh. Gerl
  • St. Peter (Fe)

    • liegt in den Markungen Steben und Lichtenberg, Mutung 1871 durch Eisenwerkgesellschaft Maximilianshütte.

Bad Steben-Untersteben

  • Die Bezeichnung Bad Steben-Untersteben ist hier nicht ganz richtig, denn vor 1909 gab es die Ortsbezeichnung Bad Steben nicht, weil im Jahre 1909 der Ort Untersteben in Steben und 1925 von Steben in Bad Steben umbenannt wurde. In der alten Literatur wird sowohl der Ort Untersteben als auch der Ort Steben genannt, der allgemeiner Sprachgebrauch war.
Bergamt Untersteben um 1900
Bergamt Untersteben um 1900

Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Bad Steben. Ansicht des alten Bergamtes in Untersteben, Aufnahme um 1900. Archiv woelsendorfer.

woelsendorfer
  • Den fröhlichen Mann / (auch genannt: Fröhlicher Mann, Der fröhliche Mann, Fröhlichen Mann)

    • 1529, nach 1741 "auf der Schafleuthen" bzw. "Schaafleuthen" in Betrieb.
    • 1789 wurde eine Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Eine braune Eisensteindruse, mit Eisenocker.
    • 1829 genannt, ansonsten keine weiteren Angaben.
  • Schafleiten (Fe-Cu) / (auch genannt: Schaafleiten, Schaafleithen, Schafleitenzeche, Die Schaafleuthen, Schafleithe, Schafleithen Fundgrube, Schaffsleute Fundgrube, Zeche Schafleiten)

    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Schafleiten bei Untersteben.", verliehen.
    • 1695 baute die Grube "Schafleiten" laut vorliegender "Gruben-Zettel" im "Quartal Crucis" (Pfingsten bis Kreuzerhöhung (14. September)) mit Ausbeute und war demnach zu dieser Zeit in Betrieb.
    • nach 1741, 1756 in Betrieb.
    • 1761 baute laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler die Schafleithen Fund Grube samt tiefen Stolln auf Eisen.
    • 1768 ist im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufe zu finden: "Gelbes Kupfer- und Farbenerz mit spieglichtem und schupfigtem weissen Spate in mildem grauen Gebirge."
    • 1772 werden in einem "Vollständigen Catalogus einer Suiten Mineralien-Sammlung", der von dem deutschen Ratsherr und Juristen Christian Ludwig Stieglitz aus Leipzig ist, unter "Fränkischer Creys", folgende Mineralstufen aufgeführt: unter "Eisen-Erze, No. 3. Weißer oder vielmehr strohfarbiger Spateisenstein, nebst einem gelbbraunen Mulm, oder sehr feinen zarten umbra braunen Erde mit kieselartigen Quarz; von Schaffsleute, Fundgrube bey Untersteben Nayla B. A. R."; die mit folgendem Hinweis versehen wurde: "Dieser weiße Spatheisenstein effervesciret mit acidis sehr hefftig, aber weit hefftiger und auf eine ganz gewaltsame Weise effervesciret mit dem Spiritu Nitri die dabey befindliche Umbra Erde, so weiter zu untersuchen wäre, indem das inflammnabile Nitri sich vermuthlich mit einem darinnen befindlichen Brennbaren so geschwinde vereiniget und sogar mit großer Heftigkeit bey der Auflösung den Kolben sprengte." und "4. Fester ockerartiger und farbiger Eisenstein, auf welchen eine sehr lockere leichte schaumartige, der klaren Eisenfeile ähnlich sehende Materie lieget, welche man daselbst Eisenblüthe nennet."
    • vor 1782, 1782 in Betrieb. Eisenerze, nur 10 bis 20 cm, mit etwas Kupfer, sind aufgetreten.
    • 1789 wurde eine Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Schwarzer Eisenstein mit eingesprengten weissen Quarz und Eisenoker. Bemerkenswert ist das Vorkommen von Flußspat in bis 2dm mächtigem Brauneisenstein und Quarz.
  • Sankt Georgen

    • 1529 in Betrieb.
  • Johann Georgen Zeche (Fe-Cu) / (auch genannt: Johann Georg Fundgrube, Johann Georgenzeche, Georgenzeche)

    • 1747 Mutung "auf dem Landeshügel".
    • 1772 wird in einem "Vollständigen Catalogus einer Suiten Mineralien-Sammlung", der von dem deutschen Ratsherr und Juristen Christian Ludwig Stieglitz aus Leipzig ist, unter "Fränkischer Creys", folgende Mineralstufe aufgeführt: unter "Eisen-Erze, No. 49 Brauner wimmrichter Eisenstein mit glasköpfigten Eisenstein, so als ein Tropfstein gewachsen, von Johann Georg Fundgrube bey Stebe N. B. A. R."
    • vor 1782 "bey Untersteben" in Betrieb.
    • 1789 wurden zwei Mineralstufen in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: 1. Blanken und grünes Kupfererz mit angeschmogener Eisenbräune. 2. Tropfsteinartiger, kleinknospigter Glasknopf mit braunen Eisenstein, weißen Fluß und angeflogenen Eisenocker.
    • 1829 genannt, ansonsten keine weiteren Angaben.
  • Hermann (Fe) - liegt in der Markung Untersteben, Mutung 1872. Muter Georg Voigt, Schichtmeister zu Hof, Eigentümer Richard Hermann zu Zeitz.

Bad Steben-Lochau

  • Zinngrube - Seiffenwerk (Sn)

    • 1727, am 13. Martii (März), berichtet der Bergmeister Johann Abraham Löwel wie folgt: "den Grund (des Seifenbachtales ist damit gemeint) gegen das Dorf Lochau (hinauf) in einem Gründlein ist ein Zien-Seiffen/ allwo weiser und brauner Zienstein gesichert (aufgefangen) wird."

Zinnerz(seiffenwerk)

Zinnerzgewinnung
Zinnerzgewinnung

Zinnerzgewinnung - Seiffenwerke nach Georgius Agricola. Zur besseren Betrachtung bitte auf Originalgröße klicken.

woelsendorfer
  • Zinnerz(seiffenwerk) - einige Erklärungen aus der historischen Literatur:

    • Zwittererze sind die gemeinsten Zinnerze, wo in einer Art Schiefer der so genannte Zinnstein oder Zinnschlich eingesprengt stehet; sie sind oft reich, aber öfters auch arm an metallischen Gehalte.
    • Die Zinnzwitter sind auch öfters sehr eisenschüßig.
    • Zinngraupen sind eine Art, so wohl größer als kleiner Granatenkörner oder Graupen, von sehr schwarzer Farbe, und glasigtem Wesen, die öfters ganz dichte aneinander gewachsen sind, sie stehen auf einem weißen krystallenen Quarze, zuweilen auch in einem Sandgesteine, woraus sie durch Pochen und Waschen zu reinem Zinnschliche oder Zinnsteine gebracht werden.
    • Zinnstein wird eigentlich der ausgewaschene Zinnschlich genennet, der zum Schmelzen gehörig vorbereitet, und daraus alle leeren Bergarten des Zwitter- oder Graupengesteines durch Waschen sind gebracht worden, daß er oft in seinem Gehalte auf 60 bis 80 Pfund im Zentner kommt: da aber der Zinnstein oder Zinnschlich aus verschiedenen Erzen gewaschen wird, so ist auch der Gehalt davon nicht einerley, sonder er ist bald arm oder reich an metallischem Wesen.
    • Wasch- oder Seifenzinn nennt man Zinn das aus Wasch- und Seifenwerken kommt. Es werden diese Graupen aus den Zinnflözen, wo ganze Geschicke und Geschiebe solcher thonartigen und lettigen Erden sich finden, und in welche sich solche Zinngraupen oder Zinnkörner generirt haben, heraus gesucht, auf Glauchherden abgewaschen, und als reines Zinnerz geschmolzen.
    • Zinnquarze sind dasjenige Zinnerz, worinnen der Zinnstein, oder Zinnschlich, verborgen oder eingesprengt ist, und woraus er durch Pochen und Waschen muß erlanget werden.
    • Silberhaltige Zwitter sind dasjenige Zinnerz, das nebst einem reichen Zinnstein oft auch Silber mit sich führet.
    • Zinnafter ist das ausgewaschene leere Gestein, welches vom Zinnsteine nicht mehr enthält.
    • Gesumpf ist eine viereckige Grube, deren drey bis vier nach einander an dem Gerinne, wodurch der gepochte und ausgewaschene After abläuft, gemacht werden, worinne sich der Affter, oder das wilde Gestein setzet, um weiter ausgewaschen zu werden; indem sich doch in solchem Waschen auf den Planen immer guter Zinnstein mit weg wäschet.

Bad Steben-Obersteben

  • Goldgrube - Seiffenwerk (Au)

    • Die Goldgrube lag im Seifenbachtal, die wie folgt erwähnt wird: "Bey Obersteben liegt die Goldgrube, ebenfalls ein altes längst eingegangenes Seiffenwerk."

      • Hinweis dazu: Der Hinweis "ebenfalls" (ein altes längst eingegangenes Seiffenwerk) bezieht sich auf ein weiteres Seiffenwerk, nämlich die "Grube St. Lambert", im Gevattergraben bei Geroldsgrün-Mühlleithen.
    • 1727, am 13. Martii (März), berichtet der Bergmeister Johann Abraham Löwel wie folgt: "Des berühmten Stebner Sauer-Brunnen/ ist ein Seiffen-Werck/ allwo vor dessen Gold gemachet worden".
    • 1730 wird wie folgt unter "befindlichen Ertze" berichtet: Pos. 1: "Gold hat man vordessen aufm Seiffenwerck beym Steebner Sauerbrunnen gewaschen."
  • Sankt Jakob / (auch genannt: St. Jakob)

    • 1529 "im Erlich" in Betrieb.
    • nach 1741 "im Leutenholz" in Betrieb.
    • 1789 wurden zwei Mineralstufen, unter Grube "St. Jakob", in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: 1. Derber, späthiger Eisenstein und 2. Derber, späthiger Eisenstein, welcher von der Tageswitterung braun gefärbet worden.
    • 1829 genannt, sonst keine Angaben ob die Grube in Fristen liegt.

      • Hinweis dazu: Die Grube Sankt Jakob, die mit "k" geschrieben wird, sollte nicht mit der Grube St. Jacob, die mit "c" geschrieben wird und in Naila liegt, verwechselt werden.
      • Ob der Betriebort "im Erlich" und "im Leutenholz" identisch sind kann ich nicht beurteilen.

Bad Steben-Mordlau

auch Mordlauer Bergbau Revier genannt

  • In alten Berichten findet sich der Hinweis, dass "der Mordlauer Zug soll schon vor 600 Jahren bekannt u. betrieben worden seyn".
  • Die "Mordla" wurde auch "Mordfleck" und nach "alten Kirchenbüchern Mordlachen" genannt.
  • Bei Gruben aus dem Mordlauer Revier wird in vielen Fällen, in der alten Literatur, als Betriebsort Untersteben aufgeführt.
  • Beschreibung wie folgt: "Der Mordlauer Gangzug läßt sich vom Muschwitzgrund nördlich Carlsgrün bis in das Stebenbachtal 1 Kilometer östlich vom Bahnhof Bad Steben verfolgen. Eine durchgehende Mineralisation dürfte nur zwischen der zur Krötenmühle hinablaufenden Mulde bis 350 Meter südöstlich der Straße nach Zeitelwaidt bestanden haben, weiter im Südosten war sie auf Linsen beschränkt. Der Gang fällt steil 70-75 Grad nach Südwesten ein. Im Bereich der Mordlau ist er in mehrere Trümer aufgespalten." 1879 wird die Mineralabfolge nach dem königlichen Bergmeister Carl Wilhelm von Gümbel (1823 - 1898) wie folgt beschrieben: "Quarz, Eisenspat, wenig Schwefelkies, selten Kupferkies und sehr selten Nickelerz, Brauneisenstein, Kalkspat. Der Spateisen ist meist grobspätig ausgebildet.
  • Gott allein die Ehre (Fe) / (auch genannt: Gott allein die Ehr, Gott hat allein die Ehr, Gott allein die Ehre Fundgrube)

    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Gott allein die Ehre auf dem mordlauer Zuge bei Untersteben.", verliehen.
    • 1756 in Betrieb.
    • 1761 baute laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler die Grube Gott allein die Ehre, mit Zubuße, auf Eisen.
    • 1768 ist im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufe zu finden: "Messingfarbenes Kupfer- und Farbenerz mit weissem spieglichten Eisensteine."
    • 1782 "bey Untersteben" in Betrieb.
    • 1789 wurde eine Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Ganz derber weisser Eisenstein, mit eingesprengten weissen Spath.
  • Alte Mordlau (Fe) / (auch genannt: Die alte Mordlau, Mordla)

    • 1529 in Betrieb.
    • 1694 neue Mutung, laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Alte Mordlau bei Untersteben."
    • 1695 baute die Grube "Mordlau" laut vorliegender "Gruben-Zettel" im "Quartal Crucis" (Pfingsten bis Kreuzerhöhung (14. September)) mit Ausbeute und war demnach zu dieser Zeit in Betrieb.
    • 1718 wie folgt erwähnt und in Betrieb: Nachfolgende Bergwerks-Zechen wurden "/ von Privatis und dergleichen Gewerkschaftern gebauet worden/ worüber zu merken/ daß diejenigen Zechen/ welche mit + signiret/ noch Ertrag erfordern/ wo $ (Zeichen hier durch mich geändert) zu finden/ sich selbst verlegen/ und wo # stehet/ Überschuß geben" – "In der Naylauer Berg-Amtes Refier": $ Mordla/ bey Stöben.
    • um 1721 Teufbeginn eines Schachtes.
    • um 1725 ist der Schacht "12 Lachter" tief, dient der Förderung und als Wetterschacht. In einem Gesenk wird bei "starken Wassern eine Pumpe" erwähnt, in späteren Jahren ist von einer "Handpumpe" die Rede.
    • 1727, am 13. Martii (März), berichtet der Bergmeister Johann Abraham Löwel wie folgt: "Mordlau/ bey Steben/ Bricht ein fester brauner und weiser Eisenstein/ da sich im braunen Stein öffters einige Nieren Kupffer-Ertz mit zeigen."
    • 1730 wird wie folgt von der Grube "Mordlau" unter "befindlichen Ertze" berichtet: Pos. 27: "Eisenstein/ bricht von besonderer Güte und vielerley Arten/ aufn/ Mordlau." Unter "Eigentliche Beschreibung" wird weiterhin aufgeführt: Pos. 16: "Von der Witterrung stark angegriffener Brauner Eisenstein von der Mordlau bey Stöben."
    • 1735 wird die Grube "nicht gebauet und liegt in Herrschaffts-Freien".
    • 1768 sind im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufen zu finden: 1. "Braunes und gelbes Kupfererz mit braunen Eisensteine und eingesprengter Kupfergrüne, welches im braunem Eisensteine gebrochen.", 2. "Braunes und gelbes Kupfererz mit Schwefelkiese.", 3. "Messingfarbenes Kupfererz mit weissen spieglichten Eisensteine, in welchem es nierenweise bricht." und 4. "Messingfarbenes Kupfer- und Farbenerz mit Vitriolkiese, und weissen Eisensteine, in welchem es selten nierenweise bricht."

      • Hinweis dazu: 1768 ist ein gutes Beispiel dafür wie in späteren Jahren fälschlicherweise berichtet wird, denn aus den Mineralstufen in Hof ist plötzlich eine Aufzählung in einem "Ausbeute-Verzeichnis" geworden. Ausbeute bedeutet aber, was gefördert worden ist und nicht welches Material die Vitrinen geschmückt hat. Hinzu kommt, dass der "Aufseher über das herschaftliche Münzkabinet, Johann Jakob Spies", der die Aufzählung in der Literatur gemacht hat, 1768 über Bergbaugepräge (Münzen, Medaillen) berichtet und in diesem Zusammenhang die Mineralstufen in Hof erwähnt.
  • Neue Mordlau (Fe)

    • 1735 wird die Grube "Neue Mordlau bey Steben von Caspar Dietzel und Consorten auf Eisen gebaut". Danach vermutlich Einstellung der Arbeiten, denn die Grube wird
    • 1736 neu gemutet. Die Mutung ist in Verbindung mit der Grube Hilfe Gottes zu sehen, die 1730 verliehen wurde.
    • nach 1741, vor 1782 in Betrieb.
  • Untere Mordlau (Fe-Cu) / (auch genannt: Untern Mordlau)

    • 1792 wird von Humboldt berichtet, dass die "Untere Mordlau" die Grube Hilfe Gottes ist. Die Grube wird auch "Vntre Mordlau" genannt, wobei in der historischen Literatur das "U" als "V" geschrieben wurde.
    • 1789 wurde eine Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Farbigtes Kupfererz.
  • Obere Mordlau X (Fe) / (auch genannt: Oben Mordlau, Obere Mordlau mit Beilehen, Obre Mordlau, Obermordlauer Fundgrube)

    • nach 1741, 1756 in Betrieb.
    • 1761 baute laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler die Obere Mordlau, mit Ausbeuth, auf Eisen. Im gleichen Jahr wird über die angefallenen herrschaftlichen Gefälle berichtet.

      • Hinweis dazu: Das Gefälle ist im Steuerwesen des Mittelalters und der frühen Neuzeit der Name für verschiedene obrigkeitliche, kirchliche oder gerichtliche Erträge, Einkünfte oder Abgaben gewesen, wird in der historischen Literatur auch "Herrengefäll" (Einkünfte des Grund- oder Landesherren) genannt.
    • 1772 wird in einem "Vollständigen Catalogus einer Suiten Mineralien-Sammlung", der von dem deutschen Ratsherr und Juristen Christian Ludwig Stieglitz aus Leipzig ist, unter "Fränkischer Creys", folgende Mineralstufe aufgeführt: unter "Eisen-Erze, No 39. Grobblätterichter dunkelgelbbrauner glänzender Spateisenstein, so an der Farbe dem Goldtalk fast beykommt, mit etwas blauen Schiefer und eisenocher Bräune; von der Obernmordlau Fundgrube; N. B. A. R."
    • vor 1782 in Betrieb.
    • 1782 in Betrieb, wobei die Grube im Neilaer Revier als "abgestürzt" erwähnt wird, die lediglich "2113 ½ Seidel weißen Eisenstein, a 12 gr." gefördert hat, wobei der "Groschen zu 3 Kreuzer Fränkisch" gerechnet wird.
    • nach 1782 wurde die Grube Gott hat geholfen, mit ihren Beilehn Grube Friedelbühl, von der Grube Obere Mordlau aufgekauft und nannte sich dann Grube Obere Mordlau mit Beilehn.

      • Hinweis dazu: Die Grube Obere Mordlau mit Beilehn sind also 3 Gruben gewesen, nämlich die Grube Obere Mordlau und ihre Beilehn die Gruben Gott hat geholfen mit Grube Friedelbühl.
    • 1785/86 treten Schwierigkeiten auf, daher stellen eines Antrages auf Zehnterlaß.
    • 1789 Herausgabe eines Kassenbestandes von 319 Gulden durch den Schichtmeister Georg Heinrich Spörl im Namen der Gewerkschaft Obere Mordlau.
    • 1792 werden für die Gruben Hilfe Gottes, Grauer Wolf und Obere Mordlau 5 Schächte genannt, die 20, 30 und 34 Lachter tief sind und alle auf einen Gang bauen.
    • 1795/96 in Betrieb.
    • 1798 Bericht über die Tonnenförderung auf dem Eisenstein-Bergwerk Obere Mordlau, demnach ist hier ein untertägiges Wasserrad in Betrieb. Huthaus wird genannt.
    • 1799 Bericht über den Erbzins von der Gewerkschaft der oberen Mordlauer Eisensteinzeche für einen halben Hof des Johann Friedrich Singer zu Untersteben, für einem neu erbauten Zechenhaus.
    • 1803/04 nochmaliges stellen eines Zehnterlaßgesuches durch die Gewerkschaft der "Obermordlauer".
    • 1804/05 wurde die Eisensteingrube Obere Mordlau gewerkschaftlich geführt, war mit 18 Mann belegt und förderte mit 1,718 Gulden Aufwand 1,626 Seidel Eisenstein zu 50 Kreuzer, wovon 1,210 Seidel im Lande und 416 Seidel im Auslande abgesetzt wurden, bauete mit 363 Gulden Zubuße und zahlt 176 Gulden 5 Kreuzer an die Bergamts-Kassen (Staatskasse-an den Staat).
    • um 1805/1806 war die Grube bis zum Niveau des wasserabführenden Mittelstollens abgebaut und wurde von der Gewerkschaft daraufhin aufgegeben und fiel ins Freie.
    • 1806/07 wurde die Grube Obere Mordlau durch die landesherrlich und auch gewerkschaftlich geführte Grube Hilfe Gottes erworben.

      • Hinweis dazu: Die Grube Hilfe Gottes hat mit dem Kauf die Grube Obere Mordlau mit Beilehn erworben und die Beilehn waren die beiden Gruben Gott hat geholfen und die Grube Friedelbühl.
    • 1807 war das Werk Hilfe Gottes, "bis auf den Stolln, abgebaut" und eine Verbindung zu der Grube Obere Mordlau wurde hergestellt (weiter siehe unter Grube Hilfe Gottes).
    • 1810 wird die Lagerstätte Mineralogisch wie folgt beschrieben: "Auf dieser Grube bricht wenig Kupferkieß mit Quarz und lydischer Stein, dichter und faserigter brauner Eisenstein, viel spätiger Eisenstein. Auch hat man dort schimmernden und rusigen weißen Eisenstein, dann Eisendrusen von wunderbarer Bildung und fast ganz gediegen, Eisendrusen mit kleinem Glaskopf, größerm Glaskopf stolzen Eisenstein mit Kupfererz, Eisenstein mit kleinen Krystallen, und Chalcedon, und Eisenstein mit feinem bläulichten Chalcedon. Am Chalcedon setzt sich oft Magnesia an. Überhaupt besteht dort das Hauptgebirg aus grauen und grünlichten Wacken. Man findet Kupfererz mit schönen Atlasblumen oder Malachit, im alten Bau Schwefelkiese, Margasiten in grünen Wacken u.s.w. Aber auch das Raubgebirge, der sogenannte Todtenkopf, ist nicht selten. Ferner setzt daselbst zuweilen durch weißgrauen Thonschiefer schwarzer Kieselschiefer, in dem viel Eisen und oft Kupfertheile sind."

      • Hinweis dazu: Was das sein soll, "der sogenannte Todtenkopf", ist mir unbekannt, muss sich wohl um ein Mineralart handeln.
    • 1815 wird aus dem Nachlass vom ersten Director der vormaligen Kriegs- und Domänen-Kammer zu Bayreuth, Herrn Otto Heinrich Tornesi, aus der Gesamtveräußerung seiner Sammlung, folgende Stufen angeboten: "unter II. Größeres Cabinet. Erste Classe. Erdige Fossilien: A. Kieselgeschlecht.", 1., Seite 48, Nr. 151, gemeiner schwarzer Kieselschiefer und "unter Anhang. 7. Bleygeschlecht:", 2., Seite 112, Nr. 941, Blaubleyerz, angeflogen würflig u. strahlig oder faesrig auf Wacke mit grünen Bleyerz und Ocker.

Tonnenförderung

  • Die Bremskunst wird am vorteilhaftesten so nahe als möglich am Schacht angelegt und besteht aus einem Kehrrad, das aus 3 Kränzen und 2 Reihen von Schaufeln zusammengesetzt ist.
  • Ein Prinzip zum antreiben eines Kehrrades ist, dass dieses durch die Wasserkraft, oberschlächtig (von oben), angetrieben wird und dieses Prinzip habe ich in einer Darstellung bildlich gemacht und möchte die Funktionsweise hier etwas näher beschreiben.
  • Das Wasser zum Betrieb eines Kehrrades wurde über Tage oft in Teiche, Kunstteiche genannt, gesammelt und über eine Rösche, Aufschlagrösche genannt, erst übertägig und dann untertägig (5) zum Kehrrad (4) herangeleitet.
  • Dieses Wasser, Aufschlagwasser genannt, wurde in zwei Gerinnen (7), Wasserkasten genannt, eingeleitet, wobei sich das Gerinne direkt über dem Kehrrad (4) befunden hat.
  • Das Aufschlagwasser in den zwei Gerinnen (7) wurde durch je ein Schutzbrett (8), Schützerbrett genannt, so eingesetzt, dass sich das Kehrrad (4) bald in die eine, bald in die andere Tasche, in der Schaufel des Kehrrades leiten ließ und dieses durch das Öffnen und Verschließen eines solchen Schutzbrettes (8) bald in die eine, bald in die andere Richtung zu drehen begann, wie sie zum Auf- und Niedertreiben der Tonne (15) (Kübel) erforderlich ist.
  • Die Steuerung (9) der Schutzbretter (8), um das Gerinne (7) zu verschließen oder zu öffnen, erfolgt durch zwei mittels einer Zugstange verbundene Hebel.
  • Das Wasser bei Kehrrädern lässt man etwas höher einfallen als bei anderen Wasserrädern, damit das Kehrrad (4) durch den Stoß des Wassers leicht aus der Ruhe in Bewegung gesetzt werden kann und umgekehrt dann, wenn die Tonne (15) über Tage ankommt, aus Bewegung in Ruhe zu versetzen. Ist die Wirkung der Bremsung durch das Wasser nicht hinreichend, so ist es auch noch nötig, dass das Rad gebremst wird.
  • Die Bremse (10) ist im Ganzen so eingerichtet, dass das Kehrrad (4) in seiner Umdrehung durch senkrechte, bewegliche, nach oben in einem Querbalken befestigten Bremsbäumen (10), mit den Bremsbacken (10), auf den Bremskranz des Kehrrades (4), unmittelbar wirken kann.
  • Die beiden horizontalen Hölzer, die Bremsbäume (10) mit den Bremsklötzen (10), drücken von oben und unten gegen das Bremsrad und werden durch einen Hebelmechanismus (9) des Bedieners, über dessen Armkraft, so auf beide Bremsbäume (10) verteilt, dass sie das Kehrrad (4) in die Zange nehmen.
  • Der Hebel zur Steuerung (9) der Bremsbäume (10) befindet sich in der Schützerstube, neben den Hebeln zur Steuerung (9) der Schutzbretter für Wasser links und Wasser rechts (laufen lassen), damit der Schützer (Treibemeister) ungehindert bald den einen, bald den andern in Wirksamkeit setzen kann.
  • Der Beruf des Schützers wurde meist durch Bergleute ausgeführt, die durch Krankheit oder Unfall das Einfahren in die Grube nicht mehr möglich war. Die Arbeit geschah im Stehen, da das vollständige Lösen der Bremse (10) nur im Stehen, mit fast ausgestrecktem Arm, möglich war. Die größte Kraft wurde für das Hinunterdrücken und Einrasten des Bremshebels benötigt.
  • Zum Steuern des Kehrrades (4) bekommt der Schützer seine Aufträge über ein Klopfzeug. Dies ist ein Hammer in der Schützerstube, der sich von unter Tage aus über ein Gestänge anheben lässt und beim Niederfallen mit einem lauten Geräusch auf eine eiserne Unterlage am Boden aufschlägt.
  • Die Schützerstube, mit den Hebeln (nicht eingezeichnet) zu der Bedienung der Steuerung des Kehrrades (4), habe ich in meinem Fall in dem Huthaus (1) untergebracht, da viele Schächte (14) im Huthaus (1) endeten und somit sich dort auch die Hängebank befunden hat die für den Schützer bei seiner Tätigkeit von Wichtigkeit war.
Tonnenförderung mittels Wasserrad.
Tonnenförderung mittels Wasserrad.

Darstellung der Tonnenförderung auf der Grube Obere Mordlau in Steben. Zur besseren Betrachtung bitte auf Originalgröße klicken.

woelsendorfer
  • Kühbetrieb-Kühschacht

    • 1811 erwähnt der kgl. Bergmeister Georg Grund in einem Bericht mehrmals einen "Kühschacht" der sich im Baufeld der Grube Obere Mordlau befunden hat und in der Nähe des Richtschachtes gelegen hat bzw. im Baufeld der Grube Gott hat geholfen.

      • Hinweis dazu: Der Bericht von Bergmeister Georg Grund ist sehr langatmig verfasst und zum Teil völlig unverständlich geschrieben worden und von daher ist dem Bericht nicht zu entnehmen ob der Kühschacht ein Schacht ist der durch die Grube Obere Mordlau abgeteuft wurde oder ob es sich hier um einen alten Schacht einer ehemaligen alten Grube handelt.
    • 1815 wird aus dem Nachlass vom ersten Director der vormaligen Kriegs- und Domänen-Kammer zu Bayreuth, Herrn Otto Heinrich Tornesi, aus der Gesamtveräußerung seiner Sammlung, folgende Stufe "vom Kühetrieb zu Steben." angeboten: unter "I. Nachtrag. A. Erdige Fossilien.", Seite 6, Nr. 26, Schwarz und röthlichgrauer Kieselschiefer.

      • Hinweis dazu: Vermutlich muss es hier "vom Kühbetrieb zu Steben." heissen. Das "b" nach dem "h" wurde hier vergessen.
  • Hilfe Gottes X (Fe-Cu-Alaun) / (auch genannt: Hülfe Gottes Fund Grube, Hülfe Gottes, Hülfe Gottes mit Beilehen, Untere Mordlau, Vntre Mordlau)

    • um 1504 vermutlich in Betrieb. Wird 1804 wie folgt erwähnt: "Es ist diese Grube schon sehr alt und wahrscheinlich schon vor 300 Jahren im Betrieb gewesen."
    • 1594 enthält die Grube "Kupfer, Alaun und andere Mineralien". Viriolschiefer wurde aus dem obersilurischen Nebengestein gebrochen.
    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Hülfe Gottes auf dem Mordlauer Zuge bei Untersteben.", verliehen.

      • Hinweis dazu: In diesem Verzeichnis ab 1683 werden die Gruben genannt die NACH 1683 verliehen worden sind, es wird aber nicht angegeben wann genau die Verleihung nach 1683 war und es wird auch nicht genannt ab wann die Grube ihren Betrieb aufgenommen hat. Hinweislich sei an dieser Stelle erwähnt, dass einer Verleihung eine Mutung bei dem zuständigen Bergmeister vorausgegangen ist. Nachdem die Mutung geprüft und für rechtmäßig erklärt worden war, wurde sie in das Mut- bzw. Verleihbuch (Verzeichnis) eingetragen.
    • 1730 Verleihung.

      • Hinweis dazu: Die Verleihung die 1683 erwähnt wird hat also im Jahre 1730 stattgefunden.
    • 1735 wird die Grube "Hülfe Gottes, die nach den alten Unterlagen unter der Grube Neue Mordlau gelegen hat, von Johann Georg Götz auf Eisen gebaut".
    • 1741, 1756 in Betrieb.
    • 1755 bis 1760 brachte die Grube "12 ¼ Zentner Kupfererz und 7,253 Seidel Eisenstein" aus.
    • 1761 baute laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler die Hülfe Gottes, Fund Grube, mit Zubuße, auf Eisen. Im gleichen Jahr wird über die angefallenen herrschaftlichen Gefälle berichtet.

      • Hinweis dazu: Das Gefälle ist im Steuerwesen des Mittelalters und der frühen Neuzeit der Name für verschiedene obrigkeitliche, kirchliche oder gerichtliche Erträge, Einkünfte oder Abgaben gewesen, wird in der historischen Literatur auch "Herrengefäll" (Einkünfte des Grund- oder Landesherren) genannt.
    • 1768 ist im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufe zu finden: "Reichhaltiges braunes derbes Kupfererz, das in Eisensteine gebrochen."
    • vor 1782, 1782 in Betrieb.
    • 1782 wird die Grube im Neilaer Revier als "abgestürzt" erwähnt, die lediglich "1711. Seidel braunen Eisenstein , a 4 gr." gefördert hat, wobei der "Groschen zu 3 Kreuzer Fränkisch" gerechnet wird.
    • 1789 wurden zwei Mineralstufen in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: 1. Brauner drußigter Eisenstein, mit einer schwarzen bunt angelauffenen Glaskopfschale. 2. Kupferglas und Kupfergrüne, dann Eisenocker in braunen hornigten Eisenstein.
    • 1790 fördert die Grube 2272 Seidel und hat damit die höchste Förderung im gesamten Nailaer Revier.
    • 1792 ist die Rede von der Grube Untere Mordlau, Hilfe Gottes genannt, samt der Zufällig Glück Fundgrube, die ein Betriebszweig von Grube Hilfe Gottes ist. Im gleichen Jahr werden für die Gruben Hilfe Gottes, Grauer Wolf und Obere Mordlau 5 Schächte genannt, die 20, 30 und 34 Lachter tief sind und alle auf einen Gang bauen.
    • 1795/96 in Betrieb.
    • 1796-1803 Bericht über den Tiefen Mordlauer Kommunstollen. Zur gleichen Zeit ein untertägiges Kehrrad in Betrieb. Von einem Göpelschacht ist die Rede.
    • 1800 berichtet der berühmte Johann Carl Freiesleben von dem "Kiesel- und Alaunschiefers" wie folgt: Kiesel- und Alaunschiefer habe ich "theils cirkel- oder schlangenförmig gebogen, theils sogar concentrisch gefunden. Dies war z. E. der Fall auf dem Obern Stolln der Mordlau Hilfe Gottes Fdgbe in ungefähr 32 Lr. (32 Lachter, circa 64 Meter) vom Markscheider Schacht gegen Mittagmorgen, wo der Kieselschieferin dem 5 Lr. mächtigen Gange an 2 1/ Lr. mächtig ist. Stellen hingegen, wo ich den Gang bei ungefähr 5/8 Lr. Mächtigkeit von Kieselschiefer ganz ausgefüllt, und leztern in denselben ganz regelmäßig gesichtet fand, waren im Hilfe Gottes Fdgbe Felde im Neuen Gesenke und im Untergesenke unter dem Mittelstolln. Beim Mittelgesenke ebendaselbst wechselt geschichteter lydischer Stein lagenweise mit Brauneisenstein ab." Weiterhin berichtet er über den Kieselschiefergang der am Kieselschieferlager durchsetzt wie folgt: "Dies sah ich z. E. mit dem Hn. Geschwornen (Berggeschworner Georg Heinrich Spörl) Spörl von Steben beim Morlauer flachen Gange auf einem Querschlage, der von dem obern Communstolln in 26 Lr. Teufe unter Tage, und in 23 Lr. Entfernung vom Markscheiderschacht gegen Mitternacht nach dem Hilfe Gottes oder Mordlauer flachen Gange getrieben ist. Der hier überfahrene Gang streicht 10,4 und fällt 50 Grad in Abend.
    • 1804 in Betrieb. Gefördert wird Braun- und Spateisenstein. Die Belegschaft besteht aus zwei Angestellte und 34 Arbeiter. Gilt zu dieser Zeit als das vorzüglichste Bergwerk im Lichtenberger Revier.
    • 1804/05 war die Grube mit 24 Mann belegt, förderte mit 3,265 Gulden 40 Kreuzer Aufwand 5,000 Seidel Eisenstein zu 50 Kreuzer, und setzte 4,000 Seidel im Lande und 1,000 Seidel im Ausland ab, machte 901 Gulden Ausbeute und zahlte 449 1/3 Gulden zu den Bergamts-Kassen.

      • Hinweis dazu: Die Zahlung(en) an die Bergamts-Kasse(n) bedeutet, Zahlung an den Staat oder Staatskasse.
    • 1805 wird von Prof. Dr. Casimir Christoph Schmidel, Ansbach, aus der Gesamtveräußerung seiner Sammlung, folgende Stufe angeboten: unter „E) Kupfer.“ Nr. 101 Messingfarbenes Kupfererz mit braunen Eisenstein, von der Hülfe Gottes bey Steben.
    • 1806/07 "wurde das auf dieser Lagerstätte heraufwärts ehemals bauende Gebäude obere Mordlau – welches aufläßig geworden – kürzlich gleichfalls erworben und dadurch eine um so bedeutendern Erwerb gemacht, als durch die mit dieser ehmaligen Gewerkschaft gemeinschaftliche Betreibung eines tiefen Stollns, welcher gegen 40 Lachter Teufe einbringt, bereits die tiefsten Baue der Hülfe Gottes gelöst, und nun auch in so viel Teufen den bedeutend anstehenden Erzmitteln jenes Grubenfeldes, welches nur bis auf den Mittelstolln von ungefähr 25 Lachter abgebauet ist, beygekommen werden kann. Die Behufs der Lösung dieses Grubengebäudes von der Hülfe Gotteser Gewerkschaft aufzuwendenden Betriebskosten werden ferner ohne Zubuße bestritten werden können, da eines Theils eine bestehende Grubenkasse und die im Hülfe Gotteser Feld noch anstehenden Mittel hinreichen werden, den Hauptplan in der oberen Mordlau, die über den Kommunstolln bald abgebaute Hülfe Gottes wieder aufleben zu lassen, auszuführen."

      • Hinweis dazu: Die Grube Hilfe Gottes baute mit 72 Kuxe (Antheile) auf Rechnung für den Landesherr (Bergamt bzw. Staatskasse), landesherrlich genannt, und mit 56 Kuxe (Antheile) auf Rechnung von Privatpersonen, gewerkschaftlich genannt (Aufteilung der Kuxe siehe unter dem Jahr 1820/21).
      • 1806/07 wurde die im Freien gefallene (aufläßig geworden) Grube Obere Mordlau mit Beilehn durch den Staat und eine Gewerkschaft erworben, weil die Grube Hilfe Gottes bis zum Niveau des wasserabführenden Kommunstollens, bis auf circa 80 Meter Tiefe (Teufe) abgebaut war. Die Grube Obere Mordlau war dagegen nur bis zum Niveau des wasserabführenden Mittelstollens, bis auf circa 50 Meter Tiefe (Teufe) abgebaut und durch den Erwerb der Grube Obere Mordlau, durch die Grube Hilfe Gottes, ein Baufeldgewinn (Abbaugebiet) von circa 30 Meter Tiefe (Teufe) erreicht wurde, wodurch die Grube Hilfe Gottes, vorerst, in ihrem Fortbestand (Betriebslaufzeit - wieder aufleben zu lassen) gesichert war. Der Verbund beider Gruben wird im Text mit dem Wort Acquisition (Übernahme einer Grube durch ein Unternehmen, durch ein anderes Unternehmen mit einer Grube) beschrieben.
      • Durch den Aufkauf der Grube Obere Mordlau mit Beilehn bestand die Grube Hilfe Gottes mit Beilehn zu diesem Zeitpunkt, nach den mir vorliegenden Unterlagen, aus den Gruben Obere Mordlau mit ihren Beilehn der Grube Gott hat geholfen und die Grube Friedelbühl und die Grube Hilfe Gottes mit ihren Beilehn die Grube Zufällig Glück.
      • 1829 ist zu der Verbundgrube, in der unten aufgeführten Literatur, einmalig die Bezeichnung "Neue Hülfe Gottes" zu finden.
    • 1807 war das Werk Hilfe Gottes, "bis auf den Stolln, abgebaut und mußte, weil zur Wiedererhebung oder Aufnahme ihres Beylehn, obern Mordlau, ein starker Kostenaufwand zu ihrer eigenen Erhaltung erforderlich und höchst nothwendig war, keine Ausbeute, sondern ein Zusatz aus ihrer Kasse gemacht werden."
    • 1808 hofft man, nach Wiederherstellung jenes Gebäudes der Grube Obere Mordlau, "das die verlassenen Anbrüche der vorgenannten Grube belegt" und nicht nur die im Jahre 1807 "zurückgelassene Ausbeute nachholt, sondern auch der Zuschuß hinlänglich gedeckt und eine für die Folge anhaltende Ausbeute gemacht werden könnte. Von dieser Grube werden indessen nur 72 Antheile für herrschaftliche Rechnung gebauet, die übrigen 56 Antheile gehören Privatpersonen."
    • 1807-1810 förderte die Grube Hilfe Gottes, nach einem Durchschnitte von den letzten 3 Jahren, durch Acquisition mit der Grube Obere Mordlau, "jährlich 914 Seidel weißen und 3,752 Seidel braune Eisenstein, und machte dafür eine Einnahme gegen 3,963 Gulden. Der Betriebgelderbedarf war 2,958 Gulden mithin der Überschuß jährlich gegen 1,005 Gulden."
    • 1810 wird die Grube wie folgt erwähnt: Die Grube "Hülfe Gottes liegt eine Viertelstunde von Steben in Nord, und bauet auf einer Haupt-Erzlagerstätte, die sich in mehrere Trümer zertheilt, welche abwechselnd 1 bis 3 Fuß mächtig, edel mit braunen und weißen Eisenstein und unedel mit Kieselschiefer ausgefüllet sind, auch haben wohl, besonders in der Teufe, Kupferkieße, Malachit und Fohlerze sich spüren lassen. Das liegende Gebirg besteht aus schwarzem Thonschiefer und das hangende ist hornblendgestein. Die Grube hat ein bedeutendes Grubenfeld, und sie selbst ist mit 1 Fund und 7 Maaßen, dann ihre 2 Beylehen, jedes mit 1 Fund und 2 Maaßen auf den Gefährten ihres Trumes (auf die Begleiter ihres Nebenganges) beliehen."
    • Im gleichen Jahr wird die Lagerstätte Mineralogisch wie folgt beschrieben: "Außer gemeinen Eisenstein mit krystallischen Quarz, Glaskopftheilen in Quarz meistens mit Quarz wechselnd, bunten Farben, eisenfärbig schimmernden Theilen auch kleinknospigen und Zackendrusen findet man auf dieser Grube Glaskopf in großen Stücken und mit unbestimmten Abänderungen mit Zacken, braungelbrostigen Eisenspath, auch würflicht drusigen Eisenspath und kleine krystallische Quarze, pechigen, schwarzen, schaaligen, auch matt und fahlen schimmernd und rusigen Eisenstein. In einer Teufe von 40 Lachtern bekommt man zuweilen Arsenikalkiese. Besonders aber trifft man dort braunen Eisenstein zuweilen zwischen grauen Hornstein, braunen krystallirten Eisenstein mit Quarz, wie auch pechartigen Eisenstein."
    • zwischen 1804 und 1817 wird die Grube Grauer Wolf stillgelegt und fiel mit ihren Baufeldern der ehemaligen Guben Johannes und Komm Glück mit Freuden ins Freie.
    • 1818/19 wird die Grube Grauer Wolf durch den Schichtmeister Drechsel, im Auftrag für die Gewerken der Grube Hilfe Gottes, gemutet und später durch das Bergamt dann auch verliehen. Zu diesem Zeitpunkt ist die Grube Hilfe Gottes die letzte fördernde Anlage in der Mordlau gewesen. Die Grube Hilfe Gottes bestand zu diesem Zeitpunkt, nach den mir vorliegenden Unterlagen, durch Aufkäufe aus folgenden Gruben:

      • Hilfe Gottes mit Beilehn, womit das Beilehn die Grube Zufällig Glück ist
      • Obere Mordlau mit Beilehn, womit das Beilehn die Grube Gott hat geholfen und die Grube Friedelbühl ist
      • Grube Wolf mit Beilehn, womit das Beilehn die Grube Johannes und die Grube Komm Glück mit Freuden ist

        • bei den alten Gruben Zufällig Glück, Gott hat geholfen, Friedelbühl, Johannes und Komm Glück mit Freuden, kann man davon ausgehen, dass diese Gruben auf noch ältere Gruben gemutet wurden, die vor diesen genannten Gruben bereits in "grauer" Vorzeit Erz abgebaut hatten. Bekannt, nach den Unterlagen, ist die Grube Engelsüss, die Grube Friedenszeche, die allerdings noch bis zumindest 1811 gebaut hatte und die Grube Gott allein die Ehr, welche im Bereich des Straßenschachtes gelegen hatte.
    • 1820/21 wird für die Grube Hülfe Gottes samt Beilehn eine Ausbeute pro Kux von 80 Gulden, im ganzen 1024 Gulden ausgeschlagen, zu deren Auszahlung der Schichtmeister Drechsel die erforderliche Anweisung erhalten hat. Ausgezahlt werden:

      • 576 Gulden auf 72 Kuxe das Königliche Bergamt daher für das Königl. Aerar,
      • 144 Gulden auf 18 Kuxe die Relicten des weiland Herrn Commerzienraths Ernst Abraham Löwel zu Unterklingensporn,
      • 104 Gulden auf 13 Kuxe die Kammerbesitzer Georg Wilhelm Keyser’schen Relicten zu Geroldsgrün,
      • 32 Gulden auf 4 Kuxe die Hammermeister Herrn Christian Keyser’schen Relicten allda,
      • 128 Gulden auf 16 Kuxe die löbliche Hammergewerkschaft zu Benignengrün, bei Wurzbach (Saale-Orla-Kreis, Thüringen) im Fürstlich Reussischen,
      • 32 Gulden auf 4 Kuxe der Königl. Forstgehülfe Herr Kaysser zu Gerlas,
      • 8 Gulden auf 1 Kux die Frau Rendantin Kern zu Hof.

        • Hinweis zu Aerar, Relicten, weiland und Rendantin: Aerar bedeutet für die "Staatskasse", Relicte ist lateinisch und bedeutet "der Nachlass, die Nachlässe", weiland bedeutet "vormals, einstmals, zu Lebzeiten" und Rendantin bedeutet "Kassenleiterin".
    • 1821 Beschwerde vom Gastwirt zu Steben bzgl. des Bierausschankes auf dem Zechenhaus der Grube Hilfe Gottes. Im gleichen Jahr Beginn Aufwältigung und Verlängerung des Graue Wolf Stollens.
    • 1822, im Sommer, hatte die Beschwerde Erfolg gehabt, da der Bierausschank dem Steiger plötzlich verboten wurde, "weil das Bier vermutlich weit besser war als das in Steben."
    • 1822, am 26. August, wird wie folgt von dem Grauen Wolf Stollen berichtet: "So wurde z.B. bei der Hilfe Gottes im vorigen Jahre der vierte Stollen (der graue Wolfstollen) angelegt, der unter den letzten, den Kommunstollen, gegen 11 Lachter Saigerteufe einbringt. Daher ist das ganze Brauneisensteingrubenfeld biß auf diesen Stollen abgebaut, und die gegenwärtige Förderung beschränkt sich nur auf alte Schweben und Firsten, die den Vorfahren nicht edel genug waren; mit jenem vierten Stollen sind inzwischen wieder sehr höfliche Anbrüche von Brauneisenstein ganz gewiß zu gewärtigen, weißhalb solcher ein vorzügliches Augenmerk verdient, und auch möglichst schwunghaft ins Feld gestreckt wird."
    • 1823-1825 wurde zur Wasserlösung der wichtigen Eisensteinzeche Hülfe Gottes bey Steben der tiefe Stollen 228 Lachter lang theils aufgewältigt, theils frisch erlängt und verursachte dadurch 2760 Gulden an Kosten.

      • Hinweis dazu: Bei dem tiefen Stollen handelt es sich um den Grauen Wolf Stollen, der von der Grube Graue Wolf zum Teil angelegt worden ist und durch die Verbundgrube Hilfe Gottes/Obere Mordlau zum Teil wieder aufgewältigt (geöffnet - begehbar gemacht) wurde. Darüber hinaus wurde der Stollen für die Verbundgrube verlängert und hatte im Jahre 1823-25 eine Länge von circa 456 Meter gehabt. Der Gedanke zur Wiederbelegung und Verlängerung des Graue Wolf Stollens hatte 1795 Alexander von Humboldt gemacht.
    • 1827 wird berichtet, dass aus dem Stollen(mundloch) der Grube Obere Mordlau, der Mordlaubach entsteht und in die Muschwitz fällt.
    • 1827/28 wird ein Entwurf zum Betriebsplan der Eisensteinzeche Hilfe Gottes und des Stollens Grauer Wolf erstellt.
    • 1829 in Betrieb, wozu der Graue Wolf Stollen gehört und die Bau(Abbau)felder der ehemaligen Gruben Grauer Wolf und Obere Mordlau.
    • 1835 wurde der Vortrieb im "Grauwolfstollen" eingestellt. "Es fehlte eben an Geld, an Unternehmungslust und an Leben; auch die Bergwerke kamen unter die Langweiligkeit der Biedermeierzeit".

      • Hinweis: Als Biedermeier wird die Zeitspanne von 1815 (Wiener Kongress) bis 1848 (Beginn der bürgerlichen Revolution) in den Ländern des Deutschen Bundes bezeichnet.
    • 1852/53 war die Grube mit 15 Mann belegt, welche 72 1/2 Seidel Spateisenstein und 1100 Seidel Brauneisenstein förderten. Auf Vorrath/Halde lagen am Ende des Jahres u.a. 1 Zentner 19 Pfund Nickelerze, welche zuweilen mit einbrechen. Die Grube baut auf einen bis zu 1 Lachter, gleich 7 Fuß mächtigen, Eisenstein führenden Lager.
    • 1854 Nachträge zu Dr. Besnard’s Verzeichnis bayerischer Mineralien von Regierungs-Direktor v. Hornberg:

      • 24) Eisenspath - Rhomboeder.
    • 1857 werden auf Befehl der Bergwerksdirektion München, wegen des schlechten Absatzes und der schlechten Betriebsergebnisse, sämtliche noch gangbare landesherrliche Gruben des Bergamtes Steben zum Verkauf angeboten, nachdem eine Vergewerkschaftung nicht gelingen wollte. Aufgrund der Verkaufsabsichten durch die Regierung wurde eine neue Gewerkschaft, durch Initiative von Bergleute und Steiger, die noch auf den umliegenden Bergwerken tätig waren, gegründet und die Grube Hilfe Gottes, mit dem Grauen Wolf Stollen, aufgekauft.
    • 1858 wurde die Gesamtanlage, aufgrund verschiedener Umstände, siehe dazu oben unter dem Punkt "Beginn der 5. Periode", in Fristen geführt.
    • 1867 wird die Eisensteingrube Hilfe Gottes, mit dem Graue Wolf Stollen, bei Steben, im Bezirksamt Naila, im Regierungsbezirk Oberfranken, Bergrevier Steben, I Revier-Abteilung Steben, genannt, die gegenwärtig auflässig, in Fristen (Grube die zeitweise außer Betrieb war) gehalten oder auf geringe Erzgewinnung beschränkt ist, weil fast jeder Absatz des Erzes fehlt. Danach wird die Gesamtanlage nicht mehr erwähnt.
  • Hülfe Gotteser Maaßen (Fe)

    • 1795/96 in Betrieb.
  • Neue Hülfe Gottes (Fe)

    • 1829 in Betrieb.

      • Hinweis dazu: Die Grube "Neue" Hülfe Gottes ist der Verbund unter den Gruben Hilfe Gottes, Obere Mordlau und Grauer Wolf (geschichtlichen Abriss dazu, siehe unter Grube Hilfe Gottes) gewesen.
  • Kommunstolln X (Fe-Alaun) / (auch genannt: Kummunstolln, Mordlauer tiefe Commun-Stollen, Commun Stollen)

    • 1795 berichtet Alexander von Humboldt, dass "sie ihren Kommunstollen noch nicht in ihr Feld gebracht haben" und bedeutet das der Vortrieb noch nicht im Gange war.
    • 1795/96 in Betrieb.
    • 1800 berichtet der berühmte Johann Carl Freiesleben wie folgt: "In dem Nailaer und Stebener Ganggebirge zeichnet sich vornehmlich der Johannisser flache Gang auf dem Mordlau tiefen Communstolln durch Abwechslung seiner Gangarten in regelmäßigen, scharf abgeschnittenen Lagen aus. Zunächst an jedem Salbande liegt eine 1/2 - 3 Zoll mächtige Lage von Kalk- und Braunspat, in der Mitte des Ganges aber stäts spätiger Eisenstein. Auch zeigen die Kieselschiefergänge, wie dies bereits oben erwähnt worden ist, bisweilen eine lagenweise Abwechslung von ihrem Kiesel- und Alaunschiefer mit braunem Eisensteine." Weiterhin: "Der zufällig Glüker Stehende Gang führt, … eben so wie der Mordlauer Flache Brauneisenstein und Kieselschiefer. Auch dieser Gang durchsezt auf dem Mordlauer tiefen Communstollen in 25 Lrn. vom Grau Wolfer Lichtschacht gegen Mitternacht das dort aufsezende 20 Lr. mächtige Alaun- und Kieselschieferlager; ist dabei aber nur 4 Zolle mächtig.
    • 1804/05 war der Kummunstolln, der auf Eisenstein zur Lösung des Mordlauischen Zuges getrieben wurde, mit 6 Mann belegt. Mit 429 Gulden 10 Kreuzer Aufwand förderte er 515 Seidel Eisenstein zu 50 Kreuzer, die im Lande abgesetzt wurden, und hatte 46 Gulden 50 Kreuzer Abgaben an die Bergamts-Kassen zu zahlen.
  • Gott hat geholfen (Fe) / (auch genannt: Gott hat geholffen Fundgrube. Vermutlich auch genannt: Gotthards Gehülfen mit Beilehen, Gonhart gehülfen)

    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Gott hat geholfen auf dem mordlauer Zuge.", verliehen.
    • nach 1741, 1756 in Betrieb.
    • 1761 baute laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler die Gott hat geholffen, Fund Grube auf Eisen. Im gleichen Jahr wird über die angefallenen herrschaftlichen Gefälle berichtet.

      • Hinweis dazu: Das Gefälle ist im Steuerwesen des Mittelalters und der frühen Neuzeit der Name für verschiedene obrigkeitliche, kirchliche oder gerichtliche Erträge, Einkünfte oder Abgaben gewesen, wird in der historischen Literatur auch "Herrengefäll" (Einkünfte des Grund- oder Landesherren) genannt.
    • 1768 ist im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufe zu finden: "Braunes glasachtiges Kupfererz mit eingesprengter gelben dergleichen Kupfergrüne und gelben Mulm. Es bricht nierenweise in braunem Eisensteine."
    • 1772 werden in einem "Vollständigen Catalogus einer Suiten Mineralien-Sammlung", der von dem deutschen Ratsherr und Juristen Christian Ludwig Stieglitz aus Leipzig ist, unter "Fränkischer Creys", folgende Mineralstufen aufgeführt: unter "Eisen-Erze, 54. Braunrother wimmrichter Eisenstein mit etwas Quarz und Kupferkieß, worauf schöner schwarzer tropfsteinartig gewachsener Glaskopf aufgedrußt ist; von Gott hat geholfen Fundgrube bei Untersteben" und 56. Strohfärbiger grober Spath-Eisenstein, so mit etwas erdartigem scheinet vermischt zu seyn, und dessen eine Oberfläche mit einer sehr großen würfflichten Spath Eisenstein-Druse versehen".
    • vor 1782, 1782 in Betrieb. Abgebaut wurde vorzüglich späthiger Eisenstein und etwas Schwefel- und Kupferkies.
    • nach 1782 wurde die Grube Gott hat geholfen, mit ihren Beilehn Grube Friedelbühl, von der Grube Obere Mordlau aufgekauft und nannte sich dann Grube Obere Mordlau mit Beilehn.
    • 1789 wurde eine Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Brauner Eisenstein mit einer drußigten kleinknospigten, schwarzen Glaskopfschaale, auf welcher etwas Quarz liegt.
    • 1800 berichtet der berühmte Johann Carl Freiesleben unter dem Punkt "Eingewachsene Stüke von Nebengestein" wie folgt: Für den Gott hat geholfen flachen Gang auf der Mordlau zu Steben sind die vielen eingewachsenen Bruchstüke von graulich - schwarzem, milden, oft schon sehr entstellten und thonigen Schiefer (aus dem Nebengestein) sehr bezeichnend, die sich als längliche starke Splitter in der gelblich - grauen Hauptmasse des Ganges (der Spateisenstein führt) sehr auszeichnen. Weiterhin berichtet er unter "Beispiele von mehrern Gangformationen auf ein- und dem nämlichen Gange": Der Gott hat geholfen flache Gang auf der Mordlau zu Steben, der gewöhnlich mit der dort frequenten Formation von Spateisenstein und Kupferkies ausgefüllt ist; führt ausserdem auch noch röthlich- weissen, oder fleischrothen klein- und feinkörnigen Braunspat, so, daß dieser leztere abgesondert entweder in der Mitte des Hauptganges liegt, oder noch gewöhnlicher ein 16 - 18 Zolle mächtiges Nebentrum ausmacht.

      • Hinweis dazu: Die Hauptgänge auf der Mordlau waren der "Mordlauer Gang" und der "Gott hat geholfen Gang" und zu diesen beiden Gängen, der auch "Mordlauer Zug" genannt wird kann man auch wohl den "Grauen Wölfer- und "Zufällig Glücker Gang" dazu rechnen. Die beiden erstgenannten Gänge schaaren sich untereinander immer wieder und auf ihnen haben mehrere Gruben gebaut. Den Text von Johann Carl Freiesleben habe ich aufgrund des Namen des Ganges unter der Grube Gott hat geholfen gesetzt, müsste aber unter alle Gruben stehen die auf den Gang gebaut hatten. Dazu gehörte die Grube Obere Mordlau und nach Aufkauf dieser auch die Grube Hilfe Gottes.
  • Gotthards Gehülfen mit Beilehen / (auch genannt: Gonhart gehülfen)

    • 1829 in Betrieb. Das Beilehn ist in diesem Fall die Grube Friedelbühl gewesen, die mit der Grube Gott hat geholfen selber kein eigenständiger Betrieb mehr war, sondern nur noch ein Betriebszweig/Baufeld der Grube Hilfe Gottes.
  • Sankt Justianus

    • 1529 "im Friedelbühl" in Betrieb.
  • Friedelbühl (Fe) / (auch genannt: Friedelbühler Zeche, Friedelpühl)

    • vor 1782 wurde die Grube Friedelbühl durch die Grube Gott hat geholfen aufgekauft und nannte sich dann Grube Gott hat geholfen mit Beilehn.
    • nach 1782 wird die Grube Gott hat geholfen mit Beilehn durch die Grube Obere Mordlau aufgekauft und nennt sich dann Grube Obere Mordlau mit Beilehn.
    • 1811 berichtet der kgl. Bergmeister Georg Grund, dass der Friedelbühl seit längeren (unbekannten) Zeiten in Fristen gehalten wird. Von ihm wird ein Friedelbühler Stollen und eine Friedelbühler Stollensohle genannt und das man versucht hätte in neuerer Zeit, im Bereich des Stollenmundloches, einen Schacht abzuteufen, aber wegen der Wasser dieser nur einige Lachter tief geworden ist. Weiterhin berichtet er, dass der Ort Steben "sehr gutes Drinkwaßer aus seiner Waßerseige" erhalten würde.

      • Hinweis dazu: Bei dem Schacht, der abgeteuft wurde, handelte es sich um den Kapf Schacht, weil die Grube Obere Mordlau "schleunigst einen neuen Förder Schacht auf den Mittelstollen" brauchte, "um dann das Mittelstollnort schwunghaft ins Feld zu treiben." Im Jahre 1807 hatte der Schacht 8 Lachter Teufe und weil dieser in einer alten Schachtpinge stand, die 3 Lachter tief eingefallen war, eine Gesamtlänge von 11 Lachter.
    • 1860 wird die Grube, wegen der Trinkwasserversorgung, noch als in Betrieb geführt.
    • In späteren Jahren wird der Gang als 20–60cm mächtiger Sideritgang, mit Kupferkies und Fluorit, beschreiben.
  • Friedenszeche (Fe) / (auch genannt: Friedens Zeche)

    • 1795/96 in Betrieb, baute über die Grube Friedelbühl. Die Grube hatte einen Tiefstollen, der 400 Meter lang war und im Muschwitztal sein Stollenmundloch hatte.
    • 1811 berichtet der kgl. Bergmeister Georg Grund, dass die unbedeutende Friedens Zeche, welche "auf einen ablaufenden Trum stund und zwey Maßen verliehen sind, bloß die von den Alten stehen gelaßenen Försten Mittel in den obern Teufen abbaut und damit bald Schluß machen wird."
  • Engelsüss / (auch genannt: Engel Süß, Engelsüß Fundgrube)

    • 1529 in Betreib.
    • nach 1741 "auf der obernen Mordlau" in Betrieb.
    • 1789 wurde eine Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Brauner Eisenstein, mit schwarzen durchsichtigen Glaskopf.
    • 1811 berichtet der kgl. Bergmeister Georg Grund, dass "der Gott hat geholfen Gang in der Gegend des Straßen Schachtes mit dem Namen Engelsüß belegt worden ist" und nennt diesen "Engelsüßer Gang". Weiterhin erwähnt er einen "beträchtlichen Pingenzug in dieser Gegend."
    • 1829 genannt, ist aber kein eigenständiger Betrieb mehr, sondern nur noch ein Betriebszweig/Baufeld der Grube Hilfe Gottes.

      • Hinweis dazu: Die Grube Engelsüß wird drei Mal genannt und zwar: 1) Engelsüß - Köditz-Siebenhitz / Beckenstein, 2) Engelsüß - Berg-Rudolphstein und 3) Engelsüss / (auch genannt: Engel Süß, Engelsüß Fundgrube) - Bad Steben-Mordlau.
  • Sankt Paulus

    • 1529 "Auf der Mordlau und dem Landeshügel" in Betrieb.
Bad Steben-Mordlau/Carlsgrün
Bad Steben-Mordlau/Carlsgrün

Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Bad Steben/Carlsgrün. Blick auf ehemaliges Abbaugebiet Richtung Mordlau am 11.07.2015.

woelsendorfer
Bad Steben-Mordlau/Carlsgrün
Bad Steben-Mordlau/Carlsgrün

Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Bad Steben/Carlsgrün. Kartenausschnitt auf Hinweistafel am Landhotel-Cafe Mordlau am 11.07.2015.

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Bad Steben-Mordlau/Carlsgrün
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Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Bad Steben/Carlsgrün. Blick auf ehemaliges Abbaugebiet Richtung Mordlau am 11.07.2015.

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Bad Steben-Mordlau/Carlsgrün
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Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Bad Steben/Carlsgrün. Hinweistafel im Bereich des ehemaligen Stollenmundloches vom Grauen Wolf Stollen am 11.07.2015.

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Bad Steben-Mordlau/Carlsgrün
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Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Bad Steben/Carlsgrün. Eingefasster Wasserablauf im Bereich der Leithen. Vermutlich zum Ablauf des Wassers aus dem Kommunstollen und...

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Bad Steben-Mordlau/Carlsgrün
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Deutschland/Bayern/Oberfranken, Bezirk/Hof, Landkreis/Frankenwald/Bad Steben/Carlsgrün. Verschlossener Schacht vermutlich über dem Grauen Wolf Stollen und vermutlich das ehemalige Lichtloch I am 11...

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Bad Steben-Carlsgrün: zum Mordlauer Bergbau Revier zugehörig

  • Die Karlsburg

    • nach 1741 in Betrieb.
  • Den Sankt Chrisomoti

    • 1529 in Betrieb.
  • Christian (auch genannt: Sankt Christian, St. Christian)

    • nach 1741 in Betrieb. Die Grube ist der Nachfolgebetrieb von Grube Den Sankt Chrisomoti.
    • Laut Berggeschworenen Georg Heinrich Spörl wurde nach Stillegung der Grube ein Querschlage aus dem Mittelstollen zu der alten Grube Sankt Christian gewältigt um hier den Abbau aufnehmen zu können. Jahr der Gewältigung wird nicht genannt.
    • 1824 Mutung auf die Stollenwasser aus der im Freien liegenden Grube Christian durch den Hammergutsbesitzer Johann Gottfried Ernst Schaller in der Hölle.
    • 1829 wird eine Grube St. Christian genannt, ansonsten keine weiteren Angaben.
  • Den ungeheueren Wolf

    • 1529 in Betrieb.
  • Grauer Wolf (Fe) / (auch genannt: Stebner Stolln, Grau Wolf, Graue Wolf, Graue Wolf Zeche, Grauwolfstollen, Der graue Wolf, grauen Wolff, Grauen-Wolf-Fundgrube)

    • zwischen 1602-1638 erwähnt der Bergwerks- und Hüttenbesitzer Valentin Pfretzschner in seine "Geheime Nachrichte von vielen in Voigtland, Chur-Fürstenthum Sachsen und der Herren Grafen Reußen Lande" wie folgt: "Auf der Mortla übern Dorff Steben ist ein Zug von großen Bingen, und vieler alten Arbeit könte durch den Stebner Stollen ein großer Schatz gefunden werden."

      • Hinweis dazu: Den "Stebner Stollen" gab es demnach schon weit vor 1602. Der Name "Stebner Stollen" wird in der historischen Literatur immer wieder mal erwähnt.
    • nach 1683 laut einem Verzeichnis bei dem hochfürstlich brandenburgkulmbachischen Bergamte Neula unter "Graue Wolf unter Karlsgrün bei Steben", verliehen.
    • 1727, am 13. Martii (März), berichtet der Bergmeister Johann Abraham Löwel wie folgt: "Stebner Stolln/ Bricht ein marcasitischer Kieß/ so nach der gemeinen Prob 2 Loth Silber hält/ ingleichen ein weiser Eisenstein/ aus welchem Stahl gemachet worden."
    • 1735, im "4. Quartal, ist die Grube Graue Wolf von Eigenlöhnern wieder erhoben worden und wird nun auf Eisen gebaut".
    • nach 1741 in Betrieb.
    • 1755, im Quartal Reminiscere (13. Dezember bis Fastnacht) berichtet das Bergamt Nayla u.a. in einem Schreiben wie folgt: "Auf der Wolfsfundgrube, sind wir vor 8. Wochen mit Treibung eines Querschlages glücklich gewesen, und haben einen 2. auch öfters 3. Schuh mächtigen weißen Eisenstein–Gang überfahren."
    • 1756 in Betrieb.
    • 1761 wird über die angefallenen herrschaftlichen Gefälle berichtet.

      • Hinweis dazu: Das Gefälle ist im Steuerwesen des Mittelalters und der frühen Neuzeit der Name für verschiedene obrigkeitliche, kirchliche oder gerichtliche Erträge, Einkünfte oder Abgaben gewesen, wird in der historischen Literatur auch "Herrengefäll" (Einkünfte des Grund- oder Landesherren) genannt.
    • 1768 sind im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufen zu finden: 1. "Messingsfarbenes Kupfererz mit braunem und weissem Eisensteine, welches ein braunes eisensteinigtes und blauschiefrigtes Salband hat." und 2. "Gelbes schwarzbeschlagenes Kupfererz mit weissem Spate und Vitriolkiese."

      • Hinweis dazu: Im gleichen Jahr werden zwei Gruben mit dem Namen "Graue Wolf" in der alten Literatur genannt, davon das zweite Mal "bey Selbitz", wobei diese Grube 1768 im freien liegt.
    • 1772 wird in einem "Vollständigen Catalogus einer Suiten Mineralien-Sammlung", der von dem deutschen Ratsherr und Juristen Christian Ludwig Stieglitz aus Leipzig ist, unter "Fränkischer Creys", folgende Mineralstufe aufgeführt: unter "Eisen-Erze, 51. Grober brauner Spath-Eisenstein mit etwas braunen wimmrichten Eisenstein; von grauen Wolff Fundgrube bey Unter-Stebe, N. B. A. R."
    • vor 1782 in Betrieb.
    • 1782 in Betrieb, wobei die Grube im Neilaer Revier als "abgestürzt" erwähnt wird, die lediglich "783. Seidel weißen Eisenstein, a 12 gr." gefördert hat, wobei der "Groschen zu 3 Kreuzer Fränkisch" gerechnet wird.
    • 1785/86 treten Schwierigkeiten auf, daher stellen eines Antrages auf Zehnterlaß.
    • 1789 wurde eine Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Ganz derber weisser Eisenstein, mit eingesprengten weissen Spath.
    • 1792 in Betrieb. Zu dieser Zeit vermutlich Verbund mit den Gruben Johannes und Komm Glück mit Freuden, wobei die Grube Grauer Wolf die fördernde Anlage ist und die beiden anderen Gruben als Baufeld von Grube Grauer Wolf geführt werden. Im gleichen Jahr werden für die Gruben Hilfe Gottes, Grauer Wolf und Obere Mordlau 5 Schächte genannt, die 20, 30 und 34 Lachter tief sind und alle auf einen Gang bauen.
    • 1795, Anfang des Jahres, schlägt Alexander von Humboldt vor, den Grauen Wolf Erbstollen wieder zu belegen, um den Gruben Grauer Wolf, Hilfe Gottes und Obere Mordlau eine größere Teufe zu verschaffen.

      • Hinweis dazu: Den Stollen wieder zu belegen bedeutet, dass dieser weiter ins Feld, ins Gebirge, vorgetrieben werden soll und durch eine größere Teufe wird erreicht, dass die genannten Gruben wieder genügend Feld zum Abbau gehabt hätten. In diesem Zusammenhang erwähnt Humboldt den Einbau eines Kunstgezeuges, wozu es aber nicht gekommen ist.
    • 1795/96 in Betrieb.
    • 1803/04 nochmaliges stellen eines Zehnterlaßgesuches durch die Gewerkschaft der "Grauen-Wolf-Fundgrube".
    • zwischen 1804 und 1817 wird die Grube Grauer Wolf stillgelegt und fällt mit ihren Baufeldern Johannes und Komm Glück mit Freuden ins Freie.
    • 1818/19 wird die Grube Grauer Wolf durch den Schichtmeister Drechsel, im Auftrag für die Gewerken der Grube Hilfe Gottes, gemutet und später durch das Bergamt dann auch verliehen.
    • 1822, am 26. August, wird wie folgt von dem Grauen Wolf Stollen berichtet: "So wurde z.B. bei der Hilfe Gottes im vorigen Jahre der vierte Stollen (der graue Wolfstollen) angelegt, der unter den letzten, den Kommunstollen, gegen 11 Lachter Saigerteufe einbringt.

      • Hinweis dazu: Nach 27 Jahren, also nach 1795, werden also die Vorschläge/Pläne von Alexander von Humboldt umgesetzt.
    • 1829 wird die Grube Grauer Wolf in der Literatur als in Betrieb angegeben, dieser ist aber nur noch ein Betriebszweig der Grube Hilfe Gottes, die zu diesem Zeitpunkt die letzte fördernde Anlage in der Mordlau ist.
    • 1835 wurde der Vortrieb im "Grauwolfstollen, wegen Geldmangel, wieder liegen gelassen".
    • 1857 werden auf Befehl der Bergwerksdirektion München, wegen des schlechten Absatzes und der schlechten Betriebsergebnisse, sämtliche noch gangbare landesherrliche Gruben des Bergamtes Steben zum Verkauf angeboten, nachdem eine Vergewerkschaftung nicht gelingen wollte. Aufgrund der Verkaufsabsichten durch die Regierung wurde eine neue Gewerkschaft, durch Initiative von Bergleute und Steiger, die noch auf den umliegenden Bergwerken tätig waren, gegründet und die Grube Hilfe Gottes, mit dem Grauen Wolf Stollen, aufgekauft.
    • 1858 wurde die Gesamtanlage, aufgrund verschiedener Umstände, siehe dazu oben unter dem Punkt "Beginn der 5. Periode", in Fristen geführt.
    • 1867 wird die Eisensteingrube Hilfe Gottes, mit dem Graue Wolf Stollen, bei Steben, im Bezirksamt Naila, im Regierungsbezirk Oberfranken, Bergrevier Steben, I Revier-Abteilung Steben, genannt, die gegenwärtig auflässig, in Fristen (Grube die zeitweise außer Betrieb war) gehalten oder auf geringe Erzgewinnung beschränkt ist, weil fast jeder Absatz des Erzes fehlt. Danach wird die Gesamtanlage nicht mehr erwähnt.
  • Johannes (Fe) / (auch genannt: St. Johannes Fundgrube, St. Johannes, Sankt Johannes, Der Sankt Johannes)

    • 1529 in Betrieb.
    • 1718 wie folgt erwähnt und in Betrieb: Nachfolgende Bergwerks-Zechen wurden "/ von Privatis und dergleichen Gewerkschaftern gebauet worden/ worüber zu merken/ daß diejenigen Zechen/ welche mit + signiret/ noch Ertrag erfordern/ wo $ (Zeichen hier durch mich geändert) zu finden/ sich selbst verlegen/ und wo # stehet/ Überschuß geben" – "In der Naylauer Berg-Amtes Refier": + St. Johannes unter der Mordla. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Grube von einem "Eigenlöhner" betrieben, der 85 Gulden Verlust mit dem Betrieb gemacht hat.
    • 1735 wird die Grube "nicht gebauet und liegt in Herrschaffts-Freien".
    • 1736 dann neue Mutung und Teufen Johannesschacht, Teufe circa 19 m.
    • nach 1741 in Betrieb.
    • 1761 baute laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler die St. Johannes, Fundgrube, mit Ausbeuth, auf Eisen.
    • vor 1782 "bey Carlsgrün"</i> in Betrieb.
    • 1792 in Betrieb. Zu dieser Zeit vermutlich bereits Verbund mit den Gruben Grauer Wolf, als fördernde Anlage und Komm Glück mit Freuden. Wird in den folgenden Jahren zwar noch als Einzelgrube erwähnt, ist aber kein eigenständig geführter Betrieb mehr.
    • 1795/96 unter der Grube Grauer Wolf, Bad Steben-Carlsgrün, nur noch als Betriebszweig dieser, in Betrieb.
    • zwischen 1804 und 1817 wird die Grube Grauer Wolf stillgelegt und fällt mit ihren Baufeldern Johannes und Komm Glück mit Freuden ins Freie.
    • 1818/19 wird die Grube Grauer Wolf durch den Schichtmeister Drechsel, im Auftrag für die Gewerken der Grube Hilfe Gottes, gemutet und später durch das Bergamt dann auch verliehen.
    • 1829 wird die Grube Johannes in der Literatur als in Betrieb angegeben, ist aber nur noch ein Betriebszweig der Grube Hilfe Gottes, die zu diesem Zeitpunkt die letzte fördernde Anlage in der Mordlau ist.
  • Komm Glück mit Freuden (Fe) / (auch genannt: Komm Glück mit Freuden Fund Grube)

    • 1761 baute laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler die Komm Glück mit Freuden, Fund Grube, mit Zubuße, auf Eisen.
    • vor 1782 in Betrieb.
    • 1782 in Betrieb, wobei die Grube im Neilaer Revier als "abgestürzt" erwähnt wird, die lediglich "9. Seidel braunen Eisenstein, a 10 gr." gefördert hat, wobei der "Groschen zu 3 Kreuzer Fränkisch" gerechnet wird.
    • 1792 in Betrieb. Zu dieser Zeit vermutlich bereits Verbund mit den Gruben Grauer Wolf, als fördernde Anlage und Johannes. Wird in den folgenden Jahren zwar noch als Einzelgrube erwähnt, ist aber kein eigenständig geführter Betrieb mehr.
    • 1795/96 unter der Grube Grauer Wolf, Bad Steben-Carlsgrün, nur noch als Betriebszweig dieser, in Betrieb.
    • zwischen 1804 und 1817 wird die Grube Grauer Wolf stillgelegt und fällt mit ihren Baufeldern Johannes und Komm Glück mit Freuden ins Freie.
    • 1818/19 wird die Grube Grauer Wolf durch den Schichtmeister Drechsel, im Auftrag für die Gewerken der Grube Hilfe Gottes, gemutet und später durch das Bergamt dann auch verliehen.
    • 1819 "Wiederbelebung der Eisensteinzeche Komm Glück mit Freuden bei Carlsgrün."

      • Hinweis dazu: In dem Baufeld der Grube Komm Glück mit Freuden fand kein Abbau mehr statt und ab 1819 wurde dieses Baufeld durch die Grube Hilfe Gottes wieder neu belegt.
    • 1829 wird die Grube Komm Glück mit Freuden in der Literatur als in Betrieb angegeben, ist aber nur noch ein Betriebszweig der Grube Hilfe Gottes, die zu diesem Zeitpunkt die letzte fördernde Anlage in der Mordlau ist.
    • 1872 neue Mutung, im Auftrag, durch Georg Voigt, Schichtmeister zu Hof; Besitzer: Richard Herrmann, Ritterguts- und Fabrikbesitzer zu Zeitz.
  • Zufällige Glück (Fe) / (auch genannt: zufälligen Glück Fundgrube, Zufälliges Glück)

    • 1761 baute laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler die Zufällige Glück, Fund Grube, mit Zubuße, auf Eisen.
    • 1772 wird in einem "Vollständigen Catalogus einer Suiten Mineralien-Sammlung", der von dem deutschen Ratsherr und Juristen Christian Ludwig Stieglitz aus Leipzig ist, unter "Fränkischer Creys", folgende Mineralstufe aufgeführt: unter "Eisen-Erze, 57. Wimmrichter und hornigter drusigter Eisenstein mit etwas Quarz; von zufälligen Glück."
    • 1782 "bey Carlsgrün" in Betrieb.
    • 1789 wurde eine Mineralstufe in einem Verzeichnis wie folgt erwähnt: Brauner, drußiger Eisenstein, in welchem ein weisser Letten liegt.
    • 1792 wird für das Mordlauer Revier, für die Grube Zufällig Glück eine Mutung genannt, die nicht für diese Grube gilt, sondern für die Grube Zufällig Glück in Köditz-Lamitz (Petersgrat bei der Lamitzmühle). Im gleichen Jahr wird erwähnt, dass die Grube Zufällig Glück Fundgrube nicht mehr eigenständig geführt wird, sondern als Betriebszweig der Grube Hilfe Gottes.
  • Zufällige Glücker 4. untere Maaßen (Fe)

    • vor 1782 und 1782 "bey Carlsgrün" in Betrieb.
  • Zufällig zurück

    • nach 1741 in Betrieb.
  • Treu und Redlichkeit (Fe-Cu-Alaun)

    • 1735 wird die Grube "Treu und Redlichkeit bey Steben von einer Berg-Societe auf Alaun gebaut".
    • 1756 in Betrieb.
    • 1768 ist im hochfürstl. Gymnasia zum Hof folgende Stufe zu finden: "Messingsfarbenes Kupfererz in eisenschüssigem Quarze." Im gleichen Jahr liegt die Grube im Freien.
    • vor 1782 war die Grube, wie aus Unterlagen von Christian Ernst Tromler zu entnehmen ist, "im Höllgrund" in Betrieb.

      • Hinweis dazu: In der alten Literatur wird die Grube Treu und Redlichkeit sowohl unter Bad Steben bzw. Carlsgrün, als auch im Höllgrund genannt. Im Höllgrund wurde allerdings kein Alaun gefördert.
Mordlauer Bergbaurevier
Mordlauer Bergbaurevier

Karte zum Mordlauer Bergbaurevier bei Bad Steben

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Bad Steben-Untere Zeitelwaidt

  • Schurfarbeit auf der untern Zeitelweyde

    • vor 1782 in Betrieb.
  • St. Andreas (Fe) / (auch genannt: St. Andreas Fund Grube, Sankt Andreas)

    • 1695 baute eine Grube in "Zeydelweyd" laut vorliegender "Gruben-Zettel" im "Quartal Crucis" (Pfingsten bis Kreuzerhöhung (14. September)) mit Zubuße und war demnach zu dieser Zeit in Betrieb. Der Name der Grube wird in den alten Aufzeichnungen nicht genannt, nur eine Grube in Zeydelweyd.

      • Hinweis zu dem Namen der Grube "Zeydelweyd": Die Grube wird 1716 in der Literatur, nach einer Abschrift, "Zeydelweyd" geschrieben, im Ursprungs- Originaltext des damals Hochfürstlich Brandenburg-Bayreutischen Pfarrers M.J.M. Großen, von 1703, "Zeidelwayd".
    • nach 1741 in Betrieb.
    • 1761 baute laut Zehendner und Berg Meister Christian Ernst Tromler die St. Andreas, Fund Grube auf Eisen.
    • vor 1782 "auf der Zeidelweyde" in Betrieb.
    • 1829 genannt, ansonsten keine weiteren Angaben.

Bad Steben-Bobengrün

  • Gott segne beständig

    • vor 1782 "bey Bobengrün" in Betrieb.
  • Weißes Roß (Fe)

    • 1847 Belehnung des ehemaligen Bergmanns Johann Christoph Grimm mit der Eisensteingrube "Weißes Roß" in der Gemarkung Bobengrün, Landgericht ä. O. Naila.

Bad Steben-Bobengrün/Horwagen

  • Maria (Fe)

    • 1873 in den "Markungen Horwagen und Schwarzenbach am Wald" im Betrieb. Besitzer: "Richard Herrmann, Kaufmann zu Zeitz.

Bad Steben-Thierbach

  • Wilhelm (Fe)

    • Betriebszeitraum unbekannt. Die Mutung bzw. der Betriebsort lag in Thierbach.

Bad Steben-Krötenmühle

  • Tagebau (Asbest)

    • um 1920 wurde "ein Tagebau eröffnet. Die Asbestschnüre, die dort in dem kugelig verwitterten Paläopikrit aufsetzen, sind meist nur 2 bis 3 cm dick. Die ungenügende Menge und dann wohl auch der kostspielige Abbau von großen Mengen des schwer sprengbaren Nebengesteins haben zur Einstellung der Arbeiten geführt."
    • "Paläopikrit ein schwarzgrünes bis schwarzes Gestein, das aus Augit, Olivin und Eisenerz bestehen. Regelmäßig ist in diesem Gestein das Auftreten von Asbest zu finden, der ein spröder hellgrüner, verwittert schneeweißer Serpentinasbest, der sich auf Klüften und Gleitflächen der häufigen Quetschzonen gebildet hat."


Übersichtskarte Brandenburg-Culmbach um 1765


Übersichtskarte Brandenburg-Culmbach
Übersichtskarte Brandenburg-Culmbach

Übersichtskarte Brandenburg-Culmbach (Brandenburgico-Culmbacensis) mit Bereich Frankenwald, um 1765. Zur besseren Betrachtung bitte auf Originalgröße klicken.

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