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Silber

Miargyrit

Englisch: Miargyrite; Französisch: Miargyrite; Spanisch: Miargirita; Russisch: Миаргирит

Der Name kommt aus dem Griechischen und bedeutet "weniger" und "Silber", weil Miargyrit weniger Silber als andere rote Silbermineralien enthält.

Charakteristika

Chemische Formel

AgSbS2

BILD:1221474602

Ein idiomorpher monokliner
Miargyritkristall mit Quarz
Grube Neue Hoffnung Gottes
Bräunsdorf, Freiberger Revier, Erzgebirge
Bildbreite: 4 mm
Sammlung und Foto: Stephan Wolfsried

Kristallsystem

Monoklin

Habitus

Gewöhnlich in dicken Kristallen bis 1 cm; tafelig auf {001}, {100} oder {101}; Streifungen auf {010} und {011}; meist massiv.

Zwillinge

Auf polierten Sektionen ist polysynthetische Zwillingsbildung erkennbar.

Farbe

Eisenschwarz bis stahlgrau. Auf polierten Flächen weiß mit himbeerroten internen Reflektionen in Öl; selten an der Luft sichtbar. Tiefkirschrot in durchdringendem Licht.

Spaltbarkeit

Spaltbar nach {010}, selten auf {100} und {101}.

Härte

2,5

Glanz

Metallisch bis Diamantglanz

Diaphanität

Opak

Tenazität

Spröde

Strich

Kirschrot

Bruch

Ungerade

Dichte

5,25 - 5,29

Magnetismus

Nicht magnetisch

Sonstige Eigenschaften

Pleochroitisch in reflektiertem Licht; streng anisotrop.

Strunz 09

2.HA.10


Synonyme

  • Fahles Rotgiltigerz
  • Hemidom-Blende
  • Hemiprismatische Rubin-Blende
  • Hypargyrit
  • Hypargyron-Blende
  • Kenngottit (Haidinger)
  • Miargyrit
  • Myargyrit
  • Silberantimonglanz

Vorkommen und Paragenese


Miargyrit kommt in niedrigtemperierten, hydrothermalen Gängen zusammen mit Proustit, Pyrargyrit, Polybasit, gediegen Silber, Galenit, Sphalerit, Pyrit, Quarz, Calcit und Baryt vor.


Ausgewählte Vorkommen gut ausgebildeter Kristalle

Chile

  • Atacama: Tres Puntas
  • Tarapacá: Huantajaya

Bolivien

  • Colquechaca, Potosi und Pulcayo

Deutschland

  • Erzgebirge: Bräunsdorf
  • Harz: St. Andreasberg und Clausthal

Mexiko

  • San Luis Potosi: Catorze
  • Zacatecas: Sombrerete und Veta Grande

Peru

  • San Genaro, Huancavelíca

Rumänien

  • Baia Sprie

Spanien

  • Guadalajara: Hiendalaencina

Tschechien

  • Pribram

USA

  • California: Kelly, Coyote, Santa Fe Mines, San Bernardino Co.
  • Idaho: Silver City, Flint District, Owyhee Co.

Freiberg im Erzgebirge

Die besten Miargyrite des Freiberger Reviers kommen aus der Grube Neue Hoffnung Gottes bei Bräunsdorf. Sie sind kurzprismatisch bis dicktafelig und oft recht flächenreich ausgebildet. Die metallischgrauen Kristalle, die bis über einen Zentimeter Größe erreichen können, waren immer in Quarzdrusen auf Quarzkristallen aufgewachsen.

St. Andreasberg im Harz

Miargyrit in guten Kristallen war im Andreasberger Revier immer recht selten. Meist traten nur mikrokristalline Krusten und derbe Massen bis Zentimetergröße auf. Die spießigen Kristalle, welche oft zu radialstrahligen Krusten verwachsen sind, erreichen nur Größen von wenigen Millimetern.

Häufig sind die Miargyritkristalle und Aggregate auf Pyrargyritkristallen aufgewachsen. Weitere Begleitmineralien können sein: Galenit, Dyskrasit, ged. Antimon, Stibarsen und Löllingit. Besonders reiche Funde lieferten die Gruben Samson, Catharina Neufang, Segen Gottes, Jacobsglück und Claus Friedrich.

Pribram (Tschechien) im Erzgebirge

Miargyrit kommt in Pribram meist derb zusammen mit ged. Antimon, Siderit, Calcit und Pyrit vor. Es sind auch sehr wenige Funde von kleinen kurzsäuligen Kriställchen bekannt.

Baia Sprie (Rumänien)

Miargyrit kommt hier in grauen bis eisenschwarzen, relativ wenig glänzenden tafeligen Kristallen vor. Wegen ihrer speziellen Ausbildung wurde diese ursprünglich für ein neues Mineral gehalten und bekamen den neuen Namen Kenngottit.

Die Kristalle erreichen bis über einen Zentimeter Größe und sind teilweise von einer gelblichen glasigen amorphen Substanz überzogen, die in der Zusammensetzung dem Andreasberger Gänsekötigerz gleicht. Als weitere Begleitmineralien werden Galenit, Antimonit, Sphalerit und Pyrit beschrieben.


BILD:1247470448

Myargyrit mit Pyrrhotit
Hecla, Rose Bud Mine, Pershing County, Nevada, USA
Größe: 3,6 x 2 cm
Foto: John Veevaert

BILD:1221726216

Miargyritkristalle bis 0,8 cm mit Pyrit und Quarz
Grube Neue Hoffnung Gottes, Bräunsdorf, Erzgebirge
Stufengröße: 6 x 5,5 cm
Foto: Schluchti
Sammlung: Hans-Günther Penndorf

BILD:1221725918

Miargyrit-Kristalle auf Quarz
Rosebud Mine, Pershing County, Nevada, USA
Kristallgröße: 4 mm
Foto: Jasun McAvoy


Literatur

  • Effenberger, H., Paar, W. H., Topa, D., Criddle, A. J., Fleck, M., 2002; The new mineal baumstarkite and a structural reinvestigation of aramayoite and miargyrite. American Mineralogist: 87, 753 - 764
  • Knowles, C. R., 1964; A redetermination of the structure of miargyrite AgSbS2. Acta Cryst.: 17, 847 - 851
  • Mohs, F., 1824; Hemiprismatische Rubinblende.- Grundriss der Mineralogie, vol. II, 606 - 607
  • Rose, H., 1829: Ueber die in der Natur vorkommenden nicht oxydirten Verbindungen des Antimons und des Arseniks.- Poggendorffs Annalen der Physik und Chemie: 15, 451 - 476
  • Palache, C., Berman, H., Frondel, C.; 1944; The System of Mineralogy of James Dwight Dana and Edward Salisbury Dana Yale University 1837 - 1892, Volume I: Elements, Sulfides, Sulfosalts, Oxides. John Wiley and Sons, Inc., New York. 7th edition, revised and enlarged, 424 - 427

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